Film: „Der (fast) 90ste Geburtstag“
1. Sieger in der Altersgruppe 9. bis 10. Klasse
Film-AG der Jahrgangsstufe 9, Gymnasium Hohenlimburg, Hagen (Nordrhein-Westfalen)
Bei „Bio find ich Kuh-l“ mitmachen? Die 15 Schülerinnen und Schüler der Film-AG am Gymnasium Hohenlimburg waren sofort begeistert, als ihre Lehrerin sie fragte. Doch: Welches Thema sollten sie nehmen, um in fünf kurzen Filmminuten möglichst viele Informationen unterzubringen? Sie diskutierten und recherchierten viel und entschieden sich schließlich dafür, den Zusammenhang von Landwirtschaft, Klimawandel und möglichen Umweltzerstörungen zu behandeln. Sie verlegten ihre Story ins Jahr 2050 und schufen ein recht provokantes und kritisches Szenario über übermäßigen Fleischkonsum und Massentierhaltung, Regenwald-Abholzung und Brandrodung, Verlust der Artenvielfalt und Reduktion der Nutztierrassen. Ihre Themen und Zukunftsvisionen setzten sie dann sehr kreativ in ihrem Film „Der (fast) 90ste Geburtstag“ um. In Anlehnung an die berühmte Vorlage „Dinner for one“ feiert hier „Miss Ilse“ ihren Geburtstag. Die große Fleischplatte, die beim Geburtstagsmenü die Runde macht, regt ihre Gäste zur Diskussion über die oben genannten Themen an.
Wieder zurück im Jahr 2010 formulieren die Schülerinnen und Schüler Wünsche und Forderungen an die Politik, rechtzeitig die richtigen Weichen zu stellen, auf Qualität statt Quantität zu setzen und verstärkt den Ökolandbau zu fördern.
Laudatio
Menschen mit bierernster Miene gehen wir am liebsten aus dem Weg. Sie wirken mürrisch und unfreundlich. Dagegen schafft herzhaftes Lachen eine entspannte Atmosphäre, eine positive Grundstimmung. Spaß und Humor machen uns frei und locker und wir fühlen uns wohl.
Manchmal allerdings bleibt uns, so die Redewendung, das Lachen im Hals stecken. Was ist der Grund? Ganz einfach: Die Heiterkeit macht uns offen und damit empfänglich. Und wenn dann im Witz eine ernste Botschaft oder eine deutliche Mahnung versteckt ist, dann sind wir sozusagen wehrlos und die Kritik trifft uns mit voller Wucht. Gerade noch haben wir uns vor Lachen geschüttelt und plötzlich müssen wir betroffen schlucken. Genau so ist es auch der Jury gegangen, als sie sich den Beitrag der 15 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Hohenlimburg in Hagen im Bundesland Nordrhein-Westfalen angeschaut hatte – ein Film mit dem Titel „Der (fast) 90ste Geburtstag“.
Erst haben wir uns amüsiert, über die liebevoll und fantasiereich gestalteten Kostüme zum Beispiel, über die schöne Kulisse und die witzigen Charaktere. Und weil wir gleich erkannt haben, dass hier ein bekannter Film als Vorlage genutzt wurde, „Dinner for one“, ein Film, der jedes Jahr zu Silvester gezeigt wird, hatten wir uns zurückgelehnt und auf humorvolle fünf Minuten eingestellt.
Und lustig fing es auch an: „Miss Ilse“ hat im Jahr 2050 ihren Geburtstag gefeiert und ihre Freunde zum Essen eingeladen. Doch während des Gesprächs bei der Feier stellte sich heraus, dass in der Zukunft keineswegs alles besser oder schöner als heutzutage geworden ist. Im Gegenteil, im Jahr 2050 war die Erde längst nicht mehr so wundervoll und vielfältig wie heute, weil in der Vergangenheit nichts getan wurde um die Welt zu retten. Das war der Punkt, bei dem das Lachen im Hals stecken blieb. Und als der Film vorbei war, haben wir betroffen geschluckt. Schnell stand danach fest: Das war eine tolle Idee!
Und aus diesem Grund wurde in der Altergruppe 9. bis 10. Klasse der erste Preis an die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 des Gymnasiums Hohenlimburg verliehen – die kuhle Kuh in Gold, sie geht nach Hagen für ein wirklich gelungenes Meisterwerk. Herzlichen Glückwunsch!
Laudator: Jurymitglied Günter Hetzke, Wirtschaftsredakteur Deutschlandfunk, Köln