Foto-Dokumentation
1. Sieger in der Altersgruppe 5. bis 6. Klasse
Klasse 6F, Dreifürstensteinschule, Außenstelle Münsingen, Körperbehindertenschule (Baden-Württemberg)
Wie fühlt sich ein Huhn in der Massentierhaltung und wie fühlt sich eins, das auf dem Bio-Bauernhof lebt? Die Klasse F6 der Dreifürstensteinschule wollte es genauer wissen und testete es am eigenen Körper: Zusammengepfercht in einem Aufzug oder mit viel Platz zum Toben auf dem Schulhof versuchten sich die Schülerinnen und Schüler, in ein Huhn hineinzuversetzen. Die Realität schockierte sie, denn einige Hennen haben nur so viel Platz wie ein Din-A4-Blatt groß ist.
Um mehr zum Thema „Bio“ zu erfahren, ging die Klasse auf Erkundungsreise in den Supermarkt. Dort stellte sie sich die Frage, woran die Verbraucher Bio-Produkte eigentlich erkennen. Die Schülerinnen und Schüler kauften frische Zutaten für eine Bio-Gemüsesuppe, die sie anschließend zubereiteten und zusammen mit einer Parallel-Klasse aßen. Weitere Informationen zum Thema „fairtrade“ bekamen sie im Gespräch mit einem Experten und bei ihrem Besuch im örtlichen Weltladen. Zusammen mit der Klasse F3 testeten sie schließlich noch den Unterschied zwischen „herkömmlicher“ und Fairtrade-Schokolade.
Zum Bio-Ostereier-Verkauf im Schülercafé kreierten sie witzige Dekorationen. Aus einem Luftballon, den sie mit Zeitung beklebten, bastelten sie ein Bio-Siegel in 3D. Damit das Angebot in der Schule dauerhaft fairer wird, kauften die Schülerinnen und Schüler Bio-Fairtrade-Kaffee im Weltladen und bieten diesen im Schülercafé an.
Ihre Aktionen hielt die Klasse in einer Fotodokumentation fest. Diese zeigt Bilder der Schülerinnen und Schüler sowie deren Kommentare.
Laudatio
Wir alle wissen, dass es oft einen Unterschied gibt zwischen Sein und Schein. Der Erdbeerkuchen zum Beispiel, der im Laden lecker aussieht und dessen leuchtend rote Beeren uns anlachen und die uns das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen, er kann zu einer herben Enttäuschung werden, wenn wir da rein beißen, und feststellen, er schmeckt nach nichts, weil die Erdbeeren gar kein Aroma haben, sondern nur verlockend aussahen. Umgekehrt kann etwas ganz unscheinbar aussehen, aber etwas Wunderschönes verbergen, wie die kleine, schrumpelige Raupe zum Beispiel, die zu einem farbenprächtigen Schmetterling wird. So manches entpuppt sich eben erst auf den zweiten Blick als etwas ganz Besonderes. So ging es auch der Jury in der Altersgruppe 5. bis 6. Klasse.
Als wir uns die Wettbewerbs-Beiträge anschauten, da lag da auch eine Mappe, die auf den ersten Blick nicht viel hermachte. Erst als wir uns die Dokumentation genauer angeschaut hatten, merkten wir, was sich für eine Perle dahinter verbarg. Vier Schülerinnen und ein Schüler der Köperbehindertenschule Dreifürstenstein in Münsingen im Bundesland Baden-Württemberg hatten sich mit pfiffigen Ideen und spannenden Projekten dem Thema „Bio+Fair“ gewidmet und dabei richtig viel Eigeninitiative entwickelt, was uns verblüfft und erfreut hat. Denn Körperbehinderung hin oder her, die Schülerinnen und Schüler waren rege und viel unterwegs, haben sich im Supermarkt und im Dritte-Welt-Laden informiert, haben gebastelt und Aktionen im Schülercafé gemacht, da ging richtig die Post ab – ganz im Sinne des Wettbewerbs. Und, um es ganz klar zu sagen: Einen Behindertenbonus hat es bei der Wahl nicht gegeben.
Dass Ihr trotz Eurer Einschränkung so viel auf die Beine gestellt habt, war beachtlich, aber nicht entscheidend für den Sieg. Wichtig war, was Ihr auf die Beine gestellt hattet. Und das war richtig gut. Allein schon die Idee, spielerisch nachzustellen, wie sich ein Huhn in der Massentierhaltung fühlt und, im Gegensatz dazu, auf einem Bio-Bauernhof – fantastisch. Und dass im Schülercafé nun fair gehandelter Kaffee angeboten wird, aufgrund Eurer Initiative – wunderbar.
Deshalb geht in der Altersgruppe 5. bis 6. Klasse der erste Preis an die fünf Schülerinnen und Schüler der Dreifürstensteinschule in Münsingen. Herzlichen Glückwunsch!
Laudator: Jurymitglied Günter Hetzke, Wirtschaftsredakteur Deutschlandfunk, Köln